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Erfahrungen mit den Urelementen, kleine naturwissenschaftliche Experimente, die die Beobachtungsgabe der Kinder schulen, erste experimentelle Fertigkeiten fördern und nach und nach zum „Begreifen“ der Umwelt beitragen.

Kinder sind - ebenso wie Dichter, Musiker, und Naturwissenschaftler eifrige Forscher und Gestalter. Unsere Aufgabe besteht darin, die Kinder bei ihrer Auseinandersetzung mit der Welt zu unterstützen, wobei all ihre Fähigkeiten, Ausdrucksweisen und Kräfte eingesetzt werden.
Lorris Malaguzzi

Faustlos

Faustlos ist ein Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre soziale Kompetenz erhöhen soll. Das Programm liegt in zwei separaten Versionen vor. Ein Curriculum wurde für die Grundschule, ein anderes speziell für den Kindergarten entwickelt. Beide Curricula basieren auf dem amerikanischen Programm Second Step, das vom Committee for Children in Seattle entwickelt wurde, in den USA seit vielen Jahren erfolgreich Anwendung findet und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Das Curriculum dient der Prävention aggressiven Verhaltens und kann leicht in die Strukturen des Kindergartenalltags integriert werden. Faustlos vermittelt alters- und entwicklungsadäquate prosoziale Kennt-nisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut, wodurch aggressives Verhalten verhindert wird. Die drei Einheiten sind in Lektionen unterteilt, die aufeinander aufbauend unterrichtet werden. Das Kindergarten-Curriculum besteht aus 28 Lektionen. Unterrichtet werden die Lektionen von Erzieherinnen, die vorab an einer entsprechenden Fortbildung durch das Heidelberger Präventionszentrum teilnehmen.
An den Faustlossitzungen, die zweimal in der Woche stattfinden, nehmen alle zukünftigen Schulanfänger teil. Sie treffen sich in einem Gruppenraum, welcher in dieser Zeit für die anderen Kindergartenkinder nicht zugänglich ist. Bei Faustlos gibt es ganz bestimmte Regel, welche bei der allerersten Sitzung mit den Kindern erarbeitet werden.
Um diese Regeln zu vertiefen, werden sie zu Beginn jeder Sitzung noch einmal besprochen.

Die einzelnen Lektionen sind in drei Abschnitte eingeteilt. Dies wäre die Aufwärmphase, Geschichte und Diskussion und das Rollenspiel. Die Aufwärmphase ist die Vorbereitung auf die Lektion.

Sie kann folgendes beinhalten

Die Aufwärmphase könnte zum Beispiel aus einem Spiel bestehen, bei dem die Kinder Unterschiede erkennen sollen. Zwei Kinder stehen sich gegenüber und betrachten sich intensiv. Dann müssen sie die Augen schließen und sich den Rücken zu drehen. Die Erzieherin nimmt nun bei beiden Kindern kleine Veränderungen, zum Beispiel einen Zopf binden oder eine Jacke schließen, vor. Nun drehen sich die Kinder wieder herum und öffnen die Augen. Sie sollen nun die Veränderungen des jeweiligen Gegenübers erkennen.

In der zweiten Phase, Geschichten und Diskussion, bekommen die Kinder ein Bild gezeigt. Bei dem nun folgenden Gespräch geht es darum, dass sich Gefühle verändern können. Die Kinder sollen das Bild und die Gefühle des darauf abgebildeten Kindes beschreiben. Sie stellen Vermutungen an, warum das Kind zum Beispiel weint. Mit jedem Bild ist immer eine Geschichte verbunden, die die Erzieherin den Kindern nach dem Gespräch erzählt. Die Kinder können nun Gemeinsamkeiten oder auch Unterschiede ihrer Vermutungen erkennen.

Der dritte Abschnitt Rollenspiele für Kinder kann auch von den beiden Handpuppen begleitet werden. Der wilde Willi (Hund) und die ruhige Schneck nehmen die Intension dieser Lektion noch einmal auf, vertiefen und verdeutlichen im Rollenspiel den Inhalt für die Kinder. Um eine Langzeitwirkung der in diesem Curriculum vermittelten Fähigkeiten und Fertigkeiten zu erreichen, werden die Zielsetzungen in den Kindergartenalltag übernommen. Während der Freispielphase unterstützen die Inhalte von Faustlos die Kinder bei einer erfolgreiche Problemlösung.