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...insbesondere aus der Zeit des Weltkrieges 1914/18
Georg Kaspar Habermehl stammt aus einem alten Schwärzer Geschlecht. Der Urahn Lenz Habermehl ist bereits 1573 im Salbuch von Schwarz und 1581 in der Kirchenrechnung sicher nachweisbar. Seine Vorfahren waren Landwirte, Schäfer, Nachtwächter, Taglöhner und Steinbruchbesitzer am Köllenberg.
Kaspar kam am 21. März 1883 als 4. Kind und 3. Sohn des Steinbrechers Georg Heinrich Habermehl und dessen Ehefrau Anna Katharina geborene Fassold in Schwarz zur Welt.
Nach der Schulzeit ging er zunächst mit seinem Vater in den Köllenberg zur Arbeit, war dann aber hauptsächlich beim Forst beschäftigt.
Am 14.10.1904 erfolgte der Eintritt in das stehende Heer als Ersatzrekrut und zwar in das Großherzoglich Hessische Infanterieregiment Nr. 168, 3. Kompanie.
Als Berufsstand ist Steinbrecher angegeben. Körpergröße 167 cm.
Nach 2 Jahren, am 24. September 1906, wurde er zur Reserve beurlaubt.
Als besondere militärische Ausbildung ist die am Gewehr 98, Schießklasse I, und zum die Tambour angeführt.
Am 18. September 1910 heiratete Kaspar Habermehl die Tochter des Holzarbeiters Konrad Neeb und der Eva Schreiber, Karoline Neeb. Der Ehe entstammten von 1911 bis 1918 fünf Kinder.
Zu einer Militärübung wurde Kaspar vom 21. Juli bis zum 3. August 1911 nach Gießen zum Infanterieregiment Kaiser-Wilhelm (2. Großherzogl. Hessisches) Nr. 116, 11. Komp., eingezogen. Am 20. April 1912 erfolgte die Überstellung zur Landwehr 1. Aufgebots.
Eine weitere 14tägige Übung erfolgte vom 3. Oktober bis zum 16. Oktober 1913 beim Königl. Infanterie-Regiment (6. Lothringisches) Nr. 145, 2. Landwehrkompanie.
Laut Führungszeugnis:
Führung: sehr gut; Strafen: keine. Diese Beurteilung ist immer wieder, bis zu seiner Entlassung aus dem Heeresdienst, festzustellen.
Bei Kriegsbeginn wurde Kaspar Habermehl sofort am 5. August 1914 zur 7. Kompanie des Res.-Inf.-Rgts. 116 nach Friedberg in Hessen einberufen.
Schutzimpfungen wurden zu Beginn und während des Krieges gegen Cholera, Scharlach und Typhus durchgeführt.
Die Fronteinsätze, wie sie sich aus dem Soldbuch und den Aufzeichnungen im Militärpass ergeben:
am MG 08/15 als Gewehrführer, Richtschütze und Waffen-Unteroffizier bis 20.03.1918 beim Infant.-M.-G.-Ausbildgs-Komdo. 18. A.K. -Truppenübungsplatz Darmstadt-.
Am 21. November 1918 wurde Kaspar Habermehl mit Entlassungsanzug/komplett und einer Entlassungssumme einschl. Marsch-Gebührnissen von insgesamt 65 Mark aus dem Heeresdienst, von Friedberg aus, nach Schwarz Krs. Alsfeld, im Alter von 35 1/2 Jahren entlassen.
Am 10. Juli 1935 bekam der Steinrichter Kaspar Habermehl im Namen des Führers und Reichskanzlers das vom Reichspräsidenten Generalfeldmarschall von Hindenburg gestiftete Ehrenkreuz für Frontkämpfer durch das Kreisamt Alsfeld verliehen.
(Anmerkung: Das auf Grund einer Verordnung vom 13. Juli 1934 vom Reichspräsidenten v. Hindenburg gestiftete Ehrenkreuz wurde an alle Kriegsteilnehmer zur Erinnerung an den Weltkrieg 1914/1918 verliehen. Es ist auch bei noch anderen, vorhandenen Nachlässen in Schwarz und Udenhausen zu finden).
Besonders nach dem Krieg arbeitete Kaspar Habermehl beim Forst und Forstamt Grebenau, dem er insgesamt ca. 50 Jahre angehörte. Lange Jahre als Haumeister.
In 1955 bekam er vom damaligen Landrat Dr. Mildner im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine treuen Dienste für den Forst und in seiner Gemeinde ausgehändigt.
In seiner Laudatio erwähnte der damalige Forstmeister Wilhelm Trautwein (Forstmeister in Grebenau von 1952 bis 1955) besonders, dass sich Kaspar Habermehl vom einfachen Hilfsarbeiter zum Haumeister hochgearbeitet hatte und dem Wald immer eine fürsorgliche Pflege angedeihen ließ.
Laut einem Zeitungsbericht war es das dritte Verdienstkreuz, das bisher im Kreis Alsfeld verliehen worden war.
Am 19. Februar 1956 verstarb Georg Kaspar Habermehl im 73. Lebensjahr und wurde am 22. Februar begraben. Der umrahmende Predigttext zur Beerdigung war aus Jesaja 43.1.
Eine kurze Anmerkungen zum Eisernen Kreuz und Bundesverdienstkreuz:
Das Eiserne Kreuz gibt es seit 1813. Es wurde während der weiteren Kriege immer wieder neu aufgelegt und vergeben. Das EK war besonders beliebt, weil es an sowohl an Mannschaftsdienstgrade wie an Offiziere vergeben wurde.
Am 7. September 1951 wurde das Bundesverdienstkreuz von Bundespräsident Dr. Theodor Heuss für Personen gestiftet, die sich für den Staat, die Allgemeinheit in den Gemeinden, Vereinen und sonstigen Institutionen verdient gemacht hatten. Es wurde in verschiedenen Stufen verliehen. In 1952 kam es zu Neuerungen. U. a. wurde ein Verdienstkreuz für Arbeiter und Angestellte eingeführt, die 50 Jahre für denselben Dienstherren gearbeitet hatten. Diese Ausführung wurde 1966 wieder eingestellt.
Gerhard Habermehl,
im April 2008